Begehung: André Winter, Lars Walter und Flughafen-Manager Uwe Hädicke (v.l.) beim ersten Blick auf den Wettkampf-Hangar. Wo jetzt Flieger stehen, wird im Mai unter den Augen von 1000 Zuschauern um den deutschen Meistertitel gekämpft.Foto:MOZ/Markus WollerDie starken Männer kommen
Von Markus Woller
Neuhardenberg (MOZ) Ihr Vorsprung in der Tabelle ist quasi uneinholbar, die Finalausrichtung damit sicher. Die Gewichtheber des AC Airport Neuhardenberg bereiten sich von nun an intensiv auf die Ankunft der stärksten Männer Deutschlands vor.
Am Computer kann Lars Walter sich sogar schon durchs Publikum bewegen, vorbei an Zuschauern mit kleinen, schwarzen Hüten, der großen Bühne in der Ecke, an 800 Stühlen und am Imbissstand. Der Chef vom AC Airport Neuhardenberg hat bereits eine sehr genaue Vorstellung davon, wie der 50 mal 50 Meter große Hangar auf dem Flugplatzgelände am 1. Mai aussehen soll. Dabei hatte er sich, zumindest offiziell, lange zurückgehalten. Die Gewichtheber aus Märkisch-Oderland waren von Beginn an die dominierende Mannschaft in der ersten Bundesliga Nord. Bis heute haben sie jeden der sieben Saison-Wettkämpfe gewonnen. "Ganz in trockenen Tüchern ist die Meisterschaft immer noch nicht. Aber da müssten wir im letzten Heben gegen den Berliner TSC schon mit einer Junioren-Mannschaft antreten. Und selbst dann ist es annähernd unmöglich, uns noch abzufangen", erklärt der Vereinschef nicht ohne Stolz.
Wenn diese letzte kleine Hürde Anfang April genommen ist, dann gehen die Planungen für den Austragungsort schon in die Endphase. Am 1. Mai werden die sechsköpfigen Meistermannschaften der drei ersten Bundesligen - Chemnitz, Obrigheim und Neuhardenberg - auf dem Flugplatzgelände um den deutschen Meistertitel kämpfen. Unter ihnen ist dann auch der Chemnitzer Matthias Steiner, der vielen Deutschen durch seinen Olympiasieg 2008 in Peking in Erinnerung ist, als er unter Tränen das Bild seiner kurz zuvor verstorbenen Frau von sich streckte.
Bei der ersten Begehung der späteren Wettkampfstätte in dieser Woche, zusammen mit Flughafen-Manager Uwe Hädicke und Heber André Winter, machte Lars Walter dann gleich zu Beginn die Dimensionen des Wettkampfs klar: "Der Hangar sah aber von außen irgendwie größer aus", sagte er ein wenig enttäuscht. Walter rechnet mit bis zu 1000 Zuschauern aus ganz Brandenburg. "Das ist zumindest mein Traum." Deshalb sieht Walter den Vorschlag von Hädicke, als Hingucker in einer Ecke der Halle ein Kleinflugzeug auszustellen, eher skeptisch.
Mit leuchtenden Augen zeigt er dann, wie es aussehen soll am großen Abend: Die Bühne in der Ecke wird flankiert von zwei großen Videoleinwänden, auf denen die Punktestände und das Live-Bild der Gewichtheber zu sehen sein werden. An einer Seite schließen sich daran die Vorbereitungszone und die Umkleidekabinen für die Athleten an. Die grauen, ausladenden Wände werden mit Werbebanden verhängt. Die riesigen Fenster des Hangars sollen dem Wettkampf, der am frühen Abend stattfindet, zusätzlich eine besondere Lichtstimmung geben.
Direkt vor der Bühne werden 800 im Halbkreis aufgestellte Stühle einen guten Blick auf den Wettkampf ermöglichen. Im Rücken der Zuschauer stehen Tische, an denen Funktionäre und Zuschauer über die genutzten und vergebenen Chancen der Athleten diskutieren können.
Auch Fernsehkameras und Fotoapparate erhalten ihren eigenen Platz. "Wir rechnen damit, dass einige TV-Sender kommen. Der RBB hat bereits sehr großes Interesse signalisiert. Das ist auch ein Verdienst von Matthias Steiner, der dank eines sehr guten Managements immer noch eine große Anziehungskraft hat", sagt Lars Walter.
Große Pläne für eine große Halle. Doch bis sich die 17 Meter hohen Hangar-Tore zum Wettkampf öffnen, muss noch viel passieren. Eine der leichteren Aufgaben wird es sein, die acht untergestellten Kleinflugzeuge auf das Rollfeld zu bringen. Weitaus mehr Aufwand und Geld wird es aber kosten, das löchrige Dach rechtzeitig zu erneuern. Am Ausbau und der Erneuerung der Umkleidekabinen wird bereits gearbeitet. "Gerade werden die Decken abgehängt, dann kommen der Trockenbau und die Fenster dran", erklärt Uwe Hädicke. "Das hatten wir eigentlich alles erst für den Sommer geplant, aber für so ein Großereignis haben wir die Arbeiten schnell vorgezogen."
Mit dem Wettkampf auf dem Flugplatzgelände kehrt der AC heim. Mehrfach sind die Sportler seit 1993 auf dem ehemaligen Militärgelände an verschiedenen Orten untergekommen. 2001 zogen sie endgültig in eine ehemalige Garage des Bauhofs in Neuhardenberg. Im Jahr 2003, zum Aufstieg in die erste Liga, wurde der Flughafen dann Hauptsponsor.
Nun könnte man gemeinsam den größten Erfolg der Vereinsgeschichte feiern: "Die anderen Mannschaften sind beide einen Tick besser. Chemnitz hat Matthias Steiner und einen polnischen Europameister, Obrigheim einen französischen Weltmeister und einen deutschen Vizemeister", sagt Lars Walter. Und was haben die Neuhardenberger entgegen zu setzten? "Wir haben mit André und Ronny Winter das stärkste Bruderpaar Deutschlands. Und wer weiß, es ist ja Sport. Wenn die anderen Schwächen zeigen, sind wir da und werden unsere Chance ergreifen."
Mehr Infos und Karten unter: www.ac-neuhardenberg.de
Freitag, 19. März 2010 (19:06)
