Weiße Weste weiter gewahrt

 

Neuhardenberg (RH/lw) Die Gewichtheber des AC Airport Neuhardenberg haben am zweiten Kampftag der Bundesliga Nord den zweiten Sieg eingefahren. Das Team von Trainer Lars Walter gewann bei SSV Samswegen mit 803:707,4 Relativpunkten. Neuhardenberg ist damit weiter Tabellenführer.

Getreu dem Motto der Saison "Eine Region, ein Verein, ein Ziel - Bundesligafinale 2010" haben sich die Neuhardenberger Heberinnen und Heber in der Magdeburger Börde präsentiert. Allerdings standen die Zeichen einige Tage vor dem Wettkampf nicht wirklich auf Sieg. So hatte sich der Routinier der Mannschaft René Hoch verletzt und konnte bis zum Wettkampftag gar nicht bzw. sehr eingeschränkt trainieren. Die erhoffte Verstärkung aus der Türkei war bis Mittwoch vakant, da das Visum noch nicht ausgestellt war. Doch in dieser Beziehung kam Entwarnung, denn das Visum wurde erteilt und dem ersten ausländischen Starter in den Reihen des AC Airport stand nichts mehr im Weg.

So machte sich der 25-jährige Nationalmannschaftsheber Gökhan Tasci auf den Weg aus Kayserie in der Zentraltürkei über Düsseldorf auf nach Samswegen, um die Neuhardenberger zu unterstützen. Allerdings haben Flug und das Bangen ums Visum nicht unbedingt leistungssteigernde Wirkung gehabt. Somit blieb Gökhan weit hinter seinen Bestleistungen zurück und erreichte mit 118 im Reißen und 140 Kilogramm im Stoßen ein für ihn eher enttäuschendes Ergebnis.

Aber der Mannschaft hat er an diesem Abend helfen können, da durch seinen Einsatz das Grundniveau um einige Punkte gesteigert werden konnte. "Wir gehen davon aus, dass er in den nächsten zwei Monaten intensiv trainieren und pünktlich zum Gipfeltreffen gegen den Berliner TSC fit sein wird. Dann zeigt sich, zu welchen Leistungen er fähig ist", sagte Lars Walter, der auch AC-Präsident ist.

Die anderen Neuhardenberger legten sich für René Hoch und den Sieg mächtig ins Zeug - allen voran der Betroffene selbst. Mit sechs gültigen Versuchen und nicht für möglich gehaltenen 290 Kilo (und das mit einer Zerrung im Beinbeuger) steuerte der Berliner 142 Punkte bei. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten sich die Winter-Brüder aus Müncheberg. Sehr erfreulich ist, dass Ronny seinen Komplex im Reißen ablegen konnte und mit 134 kg eine neue Bestleistung erzielte.

Die Leichtigkeit des jüngeren Bruders fehlte André diesmal, denn er konnte nicht 140 kg bewältigen und blieb bei seiner Anfangslast von 133 kg hängen. Dabei war es keine Frage der Kraft sondern eher ein technischer Fehler. Im Stoßen dann drei saubere Versuche von André und eine neue Bestleistung von 177 kg. Auch Ronny ließ nach 166 kg eine neue Bestleistung von 170 kg auflegen. Die Last konnte er spielerisch umsetzen, musste aber nach fast gelungenem Ausstoß die Hantel frühzeitig fallenlassen. Somit blieb ihm die Bestleistung noch verwehrt.

Die Mannschaft komplettierten wie gewohnt die drei Amazonen im Team. Wobei Friederike Schulz lediglich als Ersatzheberin außer Konkurrenz an den Start ging. Catharina Großmann bewies mit 105 Relativpunkten ansteigende Form. Kurz vor ihrem internationalen Auftritt wollte Mandy Wedow noch einmal die Form testen. Bevor sie heute ins Flugzeug zu den U23-Europameisterschaften steigt, konnte sie die Leistung vom Auftaktwettkampf bestätigen. Sie hatte strenge Auflagen vom Bundestrainer und durfte nur eine bestimmte Last heben, um die Kräfte für den Wettkampf am 16. Oktober gegen die besten jungen Frauen des europäischen Kontinents zu schonen. Dennoch standen am Ende 122 Punkte für sie auf der Anzeigetafel.



Sonntag, 11. Oktober 2009 (18:37)